Alle können sich an der Energiewende beteiligen - mit oder ohne eigenes Dach
- #MoveTheDate Switzerland

- 13. Nov.
- 3 Min. Lesezeit
Die Energiewende ist ein Gemeinschaftswerk, das aus Klimaschutzsicht gelingen muss. Also braucht es möglichst viele Menschen, die möglichst bald daran teilhaben können. Mit Solarify.ch setzt er sich dafür ein, Schweizer Solaranlagen für die ganze Bevölkerung zugänglich zu machen.

Wer bist du?
Ich bin Roger Langenegger, Mitglied des Gründungsteams und heute CEO von Solarify.ch. Mich fasziniert seit vielen Jahren die Idee, die Energie der Sonne nutzbar zu machen, um damit unsere Energieversorgung klimafreundlich umzubauen. Ich bin ein Macher, deshalb bin ich Unternehmer mit Herzblut.
Was bewegst du?
In der Schweiz gibt es noch viele ungenutzte, mittelgrosse Dächer, auf Industriebetrieben, KMU-Gebäuden, Schulen oder Bauernhöfen. Für die Eigentümer:innen ist eine Solaranlage und deren intelligente Betrieb oftmals zu teuer oder zu kompliziert. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die einen Teil ihres Geldes lokal und nachhaltig anlegen möchten.
Mit unserem Crowdinvesting-Ansatz bringen wir diese zwei Bedürfnisse zusammen. Solarify ermöglicht es Menschen auch ohne eigenes Dach in Solaranlagen zu investieren auf Dächer von Dritten, die Solarify mietet. Die Erlöse aus dem Stromverkauf werden quartalsweise direkt aufs Konto überwiesen, so entsteht eine faire Rendite.

Wann und wie ist die Idee entstanden?
Vor knapp 10 Jahren haben wir festgestellt: Viele Menschen finden Solarenergie spannend und wichtig, aber im Mieter:innenland Schweiz hat über 50% der Bevölkerung keine Möglichkeit, selbst eine Anlage zu bauen. Wir wollten deshalb ein Geschäftsmodell schaffen, bei dem jede:r schon mit dem Kauf eines einzigen Solarpanels auf einem fremden Dach Teil der Energiewende sein kann.
Aus dieser Überlegung entstand Solarify, das heute bereits über 150 crowdfinanzierte Solarkraftwerke in der ganzen Schweiz betreibt.
Was freut dich am meisten?
Ich freue mich sehr, dass wir es geschafft haben, uns so aufzustellen, dass wir jedes Jahr mehr Solarleistung ans Netz bringen und damit unseren Impact auf die Energiewende Jahr für Jahr ausbauen. Mittlerweile verwirklichen wir über 5 Megawatt an neuer Solarleistung pro Jahr. Das können wir nur dank unseren Kund:innen. Deshalb tanken Impact und Kundenfeedbacks meine Energie auf!

Wie sieht dein Alltag aus?
Mein Arbeitstag ist vielseitig: von strategischen Gesprächen über die Entwicklung neuer Geschäftsfelder bis hin zu Terminen mit Partnern oder dem Austausch mit Investor:innen. Kein Tag gleicht dem anderen und genau das macht es spannend. Ich liebe es, einerseits Ziele und Vision im Blick zu behalten und andererseits die Puzzleteile für neue Produkte ganz konkret zusammenzuführen.
Was würdest du als deine Superpower beschreiben?
Als “Macher-Typ” liebe ich es, Visionen in konkrete Projekte zu verwandeln und mit dem Team den “Get Things Done” Spirit zu leben. Grosse Ideen sind gut, aber am Schluss zählen die Resultate aus der Umsetzung. Dafür braucht es viel Beharrlichkeit. Auch wenn es Rückschläge gibt – ich bleibe dran nach dem Motto “It’s only done, when it’s done”. Gleichzeitig gelingt es mir, Menschen für unsere Mission zu begeistern und mitzunehmen.
Bist du schon einmal gescheitert?
Natürlich, nur durch Scheitern kommt man an die Learnings, die einem schlussendlich zum Erfolg verhelfen. 2014 habe ich bereits das Unternehmen “Kreislauf” im Bereich nachhaltige Ernährung gegründet – und bin gescheitert, weil es keinen Market-Fit gab. Auch bei Solarify klappt längst nicht alles auf Anhieb, sondern wir arbeiten uns iterativ vor, bis ein Product-Market-Fit erreicht ist oder nach veränderten Marktbedingungen wiederherstellt ist.
Hoch und Tiefs gehören zum Unternehmertum. Aus jedem Rückschlag möchte ich etwas lernen: Heute testen wir schneller, experimentieren mutiger – und krempeln Dinge um, wenn sie nicht funktionieren.
Gab es einen A-ha Moment, den du mit uns teilen möchtest?
Der Energiemarkt ist im Umbruch. Es kommen viele Neuerungen auf uns zu. Wir investieren viel, um auch in Zukunft für unsere Kund:innen die Stromerträge zu sichern – dank Batteriespeicher, der optimalen Stromvermarktung und der intelligenten Steuerung von Solarkraftwerken.
Ein besonderer Aha-Moment war, als wir dieses Jahr merkten: Wir können das und gelten sogar als Vorreiter im Solarmarkt. Für unser ganzes Team war das ein starkes Signal. Und es zeigt: Am Market-Fit muss ein Unternehmen immer weiterarbeiten.




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